“Phänomen” Blogging
Posted on | Mai 4, 2006 | 6 Comments
Nein, Martin Röll regt sich nicht über eine aktuelle Anfrage und/oder Umfrage zum Thema Weblogs auf.
Er weist aber zurecht darauf hin, dass die Fragestellungen die Realität nicht widerspiegeln:
Sie gehen von einer falschen Basis aus. Sie fragen: “Betreiben Sie selber ein eigenes Blog? – Ja / Nein” und schon da wäre meine Antwort “Ja, mehrere.”, wenn die denn erlaubt wäre.
Hier steckt der grundlegende Fehler drin: Der Fragesteller bezieht sich auf das Weblog und so wird es dann später schwierig: “Welche Inhalte zeichnen Ihr Blog aus?” (Na, das eine ist so, das andere so und das andere so.) [...]
Nein, es ist nicht die Tatsache, dass es Blogger mit diversen Blogs gibt, die hier stört, Röll fasst es griffiger:
Leute haben nicht nur ein Blog. Sie haben Online-Identitäten. Sie kommunizieren online – zum Beispiel im Blog, aber auch in anderen Medien, mit anderen Werkzeugen, auf anderen Sites. Wenn man nur “das Blog” betrachtet, erfährt man nur etwas über “das Blog” – was auch immer das dann ist. Was das genau ist, kann man gar nicht mehr sagen, zu vielfältig sind die miteinander in einen Topf gerührten persönlichen Medien.
Die Ergebnisse sind wenig aussagekräftig, nicht nur, weil sie eben nur “ein betrachtetes Teilsystem” spiegeln, nein, weil es unheimlich repräsentativ ist, Blogger zu identifizieren, anzuschreiben und anschließend
“Betreiben Sie selber ein eigenes Blog? – Ja / Nein”
zu fragen.
Lieber Martin Röll, – oh, Felix wurde ebenso befragt: Lieber Felix, – es wird so weiter gehen. Und es werden mehr Anfragen und Umfragen kommen. Mit Sicherheit.
Wieso? Das “Phänomen” Blogging ist für uns keines mehr. Aus unserer Sicht ist es teilweise “phänomenal“, wie spät manche auf das Thema kommen. Aber: Das sind die frühen Vögel, die, die den Wurm gerade erst erspäht haben. Wenn es mehr in dieser Richtung gibt, erste Vogelschwärmchen, wird es Veranstaltungen – Übungen, Proseminare – über “Tagebücher im Internet – Einblicke in ein Phänomen” geben. Man wird Seminararbeiten verfassen. Und anfragen. Und umfragen.
Comments
6 Responses to ““Phänomen” Blogging”
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Mai 4th, 2006 @ 10:10
Ja, so wird das sein. Da freuen wir uns doch schon alle drauf, oder ;-)
Mai 4th, 2006 @ 11:15
Unbedingt! Großes Kino. Auf der einen Seite schön, wenn versucht wird, Neues nachzuvollziehen, auf der anderen Seite eben gerade nicht, denn je länger es das Phänomen ist, desto weniger setzen sich viele außerhalb der alma mater ernsthaft damit auseinander.
Mai 4th, 2006 @ 12:25
Es wird eben so kommen, wie es kommt :-)
Mai 6th, 2006 @ 16:23
[...] Wer Antworten will muss auch passend fragen können Martin Röll regt sich über eine weitere unnütze Bloggerbefragung auf und Bjoern bereitet uns schonmal auf “mehr davon” vor. Auch ich habe eine entsprechende “Einladung” erhalten. Dabei ist es auch völlig egal, ob es die Universität Brüssel – sponsored by O2 – oder die Büffeluniversität von Oberammergau ist. Wichtig sind dabei eigentlich nur die Inhalte und wie diese verpackt werden. Ich persönlich helfe gerne mal bei einer von nzähligen Dissertationen, Seminar-, Diplom- oder Facharbeiten über Weblogs aus. Wenn mein Gegenüber mich entsprechend geschickt anspricht und ich auch ein paar Minuten Zeit dafür habe. Unpersönliches landet bei mir jedenfalls ebenso schnell im Junkeimer, wie tschechische Angebote für eine echte goldene Rolex oder unechte blaue Potenzpillen. Und Natürlich sind 08/15 Fragebögen nach dem Multiple-Choice-Prinzip genau der falsche Ansatz zur Weblogforschung. Wer so fragt, kann jedenfalls keine sinnvollen Rückschlüsse auf Weblogs ziehen. Bei Blogs gilt es nämlich auch zwischen den Zeilen zu lesen. Dann noch ein Tipp an alle Give-Away-Schleuderer: Blogger “ködert” man am Besten mit interessanten Gesprächen, nicht mit faden Gewinnspielen. Artikel mit ähnlichen Inhalten: [...]
Mai 6th, 2006 @ 22:33
[...] Dem “Phänomen” Blogging kommt man nicht mit Hilfe von Standard-Umfragen zum Ankreuzen, wie dieser hier, auf die Spur. [...]
Mai 7th, 2006 @ 22:23
[...] Wer Antworten will muss auch passend fragen können Martin Röll regt sich über eine weitere unnütze Bloggerbefragung auf und Bjoern bereitet uns schonmal auf “mehr davon” vor. Auch ich habe eine entsprechende “Einladung” erhalten. Dabei ist es auch völlig egal, ob es die Universität Brüssel – sponsored by O2 – oder die Büffeluniversität von Oberammergau ist. Wichtig sind dabei eigentlich nur die Inhalte und wie diese verpackt werden. Ich persönlich helfe gerne mal bei einer von nzähligen Dissertationen, Seminar-, Diplom- oder Facharbeiten über Weblogs aus. Wenn mein Gegenüber mich entsprechend geschickt anspricht und ich auch ein paar Minuten Zeit dafür habe. Unpersönliches landet bei mir jedenfalls ebenso schnell im Junkeimer, wie tschechische Angebote für eine echte goldene Rolex oder unechte blaue Potenzpillen. Und Natürlich sind 08/15 Fragebögen nach dem Multiple-Choice-Prinzip genau der falsche Ansatz zur Weblogforschung. Wer so fragt, kann jedenfalls keine sinnvollen Rückschlüsse auf Weblogs ziehen. Bei Blogs gilt es nämlich auch zwischen den Zeilen zu lesen. Dann noch ein Tipp an alle Give-Away-Schleuderer: Blogger “ködert” man am Besten mit interessanten Gesprächen, nicht mit faden Gewinnspielen. Artikel mit ähnlichen Inhalten: [...]