Layer verwüstet Frankfurter Innenstadt
Posted on | August 30, 2006 | 11 Comments
Der allmorgendliche Presseüberblick bezieht auch immer die Online-Töchter von Stern und Spiegel mit ein. Schließlich kommen dabei – neben den in den anderen Medien relevanten Beiträgen über Gesundheitsfonds und Pharmaindustrie – auch solcherlei Lesetipps zustande (Ich hoffe, man kann irgendwie regeln, dass sie… Na, Ihr wisst schon.).
Auf Stern- und Spiegel-Online ist die Häufigkeit sinnloser (weil sofort wegzuklickender) aber nervenraubender (weil sofort wegzuklickender) Werbung nicht penetrant höher als bei der guten alten Tante F.A.Z. Im Gegenteil, die F.A.Z.-Online-Ausgabe glänzt durch zahllose und beinahe nach jedem Klick wiederkehrende Flash Layer des Telekommunikationsunternehmens mit der eigene Farbe und dem großem T. Für mich dabei furchtbar, wenn sich diese Anzeigen l-a-n-g-s-a-m aufbauen und nicht eher – trotz hundertfachem und mit lauter werdenden Schimpfkanonaden begleitetem Anti-Terror-Klicken – verschwinden, bis sie ihren gesamten Charme verspritzen konnten.
Heute beglückte mich der Stern-Online-Klon erstmals mit einem Layer-Ad über den gesamten Bildschirm. Komplett. Alles. Hätte ich nicht das Gehäuse seitlich fix fest umklammert, der Layer wäre garantiert auf die Raumbreite angewachsen, hätte evtl. das Mauerwerk durchbrochen und große Teile der Frankfurter Innenstadt vernichtet. Dass diese Schneise der Verwüstung anschließend in einem Privatsender-suchen-zwanghaft-nach-Themen-Spielfilm verwurschtelt worden wäre – o.k., das hätte der Stern in Kauf nehmen müssen. Explosiv hätte bestimmt auch herzerweichend-furchtbare Bilder präsentiert.
Aber zurück zum Layer an sich. Klar, dass ich dabei immer an die netten Dynamitfischer denken muss, die Andreas auf dem Werbeblogger skizzierte. Unklar aber für mich, wie diese Fischersleute es immer wieder schaffen, ihre Werbepakete an Unternehmen zu bringen.
Gut, sicherlich gibt es Studien, wieviele Surfer tatsächlich eine Anzeige klickend zu einer anderen Website folgen. Wieviele Nutzer sich eventuell durch die lustig-nett-spritzig-mal-ganz-was-anderes-Layer zum Kauf eines Produktes überreden lassen. Gibt es – ich hoffe es – auch Studien, wieviele Internetnutzer das auf diese Art und Weise schaltende Unternehmen für diesen Nervenkrieg täglich verfluchen? Wieviele im Endeffekt lieber Konkurrenzprodukte erwerben, weil sie den Werbemüll nicht unterstützen wollen?
Comments
11 Responses to “Layer verwüstet Frankfurter Innenstadt”
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August 30th, 2006 @ 10:01
Hey come on! Glas halb voll, nicht halb leer – was zählt sind die Klicks, wen interessiert denn schon, wer sich angeekelt abwendet? Du bist Deutschland, comprende?
August 30th, 2006 @ 10:07
Richtig: have it or hate it. Nur so macht man Umsatz. Sonst kommen schlussendlich noch irgendwelche PR’ler daher und reden was von langfristig und Vertrauen und positives Bild…
August 30th, 2006 @ 10:56
Werbung muss sein, ok. Aber nicht in dieser aufdringlichen Form. Ich benutze deshalb seit einiger Zeit Adblock Plus und bin bis jetzt zufrieden.
So surfe ich jetzt auch wieder Seiten an, um die ich vorher wegen penetranter Werbung einen großen Bogen gemacht habe …
August 30th, 2006 @ 10:57
[...] Manche Werbung nervt, andere löst gleich ein Beben aus. Besonders schlimm ist es in Hessen: Layer verwüstet Frankfurter Innenstadt. [...]
August 30th, 2006 @ 12:15
Warum es besser ist, keinen Werbeblocker zu installieren? weil man auf diese Weise die wahre Wertschätzung des Webistebetreibers für seine Leser erkennen kann:
"Während mich also King Kong in Flashform anbrüllt und ich ihn nicht mal wegklicken kann, wird für mich klar: auf das Lesen des Artikels kann ich verzichten. Genau wie auf die ganze miese Website. Hätte ich einen Werbeblocker eingesetzt, hätte ich am Ende noch gedacht, sie meint es ernst mit ihren Besuchern. Wie peinlich das für mich gewesen wäre, hätte ich erst sehr viel später die traurige Wahrheit erkannt. Aber so bin ich im Bilde. Brauche sie nicht mehr zu besuchen, aus irgendeiner vagen Hoffnung heraus, mich könnte dort irgendetwas Interessantes erwarten. Denn die wäre auch mit Werbeblocker vergebens."
von hier:
http://www.mornography.de/2005/11/23/werbeblocker-considered-harmful/
O.k., ich gebe es zu, ich habe Popup- und Layer-Ad-Blocker installiert. Wahrscheinlich mache ich mir genau deshalb über viele Anbieter noch ganz und gar unberechtigte Illusionen.
August 30th, 2006 @ 12:44
Es gibt Werbeblocker, die lassen sich so konfigurieren, dass nur ausgewählte Seiten "verstümmelt" werden.
Außerdem kann der Werbeblocker für die aktuelle Seite ausgeschaltet werden, dann kann man sehen, wie die "wahre Wertschätzung des Websitebetreibers" aussieht …
August 31st, 2006 @ 08:36
[...] Keine Kommentare – jetzt Kommentar schreiben » Noch keine Kommentare. RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. Einen Kommentarhinterlassen [...]
September 4th, 2006 @ 12:09
Dachte beim Titel spontan an Layer Gerüste und machte mir Sorgen…
September 12th, 2006 @ 06:38
[...] Wenn ich mir vorstelle(n muss), dass es diese Layer nur gibt, weil Irgendjemand tatsächlich auf so etwas klickt. Gut, es rufen ja auch Menschen tatsächlich bei 9Live an… verwandte Artikel: Layer verwüstet Frankfurter InnenstadtDie Zeiten ändern sich. Auch in der Apotheke.WM-OverloadRichard hat PostGünter Netzer und Klaus EckWarum ist Dialog so schwierig?Ich bin doch (nicht?) blöd! alle Artikel zu: DynamitfischerLayer AdVolksverdummungWerbung [...]
Februar 26th, 2008 @ 16:45
Ich als Webdesigner lese so etwas immer mit gemischten Gefühlen – klar als User finde ich solche Banner total nervig. Doch sind viele Seiten finnaziell abhängig von diesen Anzeigen und würden ohne keinen Content anbieten können (der wiederum kostenlos ist).
April 30th, 2008 @ 20:17
[...] Manche Werbung nervt, andere löst gleich ein Beben aus. Besonders schlimm ist es in Hessen: Layer verwüstet Frankfurter Innenstadt. Ja wirklich, manche Werbung schadet mehr als sie nützt! So wie Björn ging es mir vor einiger Zeit, mein Kragen ist geplatzt – die Werbung muss weg! Seitdem benutze ich Adblock Plus und bin bis jetzt sehr zufrieden. Siehe den “voher-nachher-Vergleich” am Beispiel einer SpOn-Seite. Adblock Plus blockiert in diesem Fall 31 Elemente. ohne Werbeblocker: [...]