Das mit dem Loslassen…
Posted on | September 27, 2006 | 1 Comment
… klappt bei mir nicht immer so perfekt.
Am Urlaubsort angekommen ärgere ich mich gerne über die laienhafte Auswahl der Bildmotive für die hauseigenen Postkarten. Der auf den Tischset eingedruckte Slogan fällt leider zu knapp 100 Prozent stets sofort durch, kein Alleinstellungsmerkmal, Apostroph-S in Hülle und Fülle, oft mit undurchsichtigem Metrum und Reimschema sowie offensichtlich unter Alkoholeinfluss konzipiert.
Gut, anschließend ärgere ich mich über mich selbst, denn vielleicht ist es ja gerade diese Laienhaftigkeit, die Bildmotiv und Slogan, Werbebroschüre in WordArt und selfmade CI so liebenswert macht. Für Andere.
Pharma-Spam regt mich ebenso auf. Anderes Kaliber, aber für einen im Bereich Healthcare tätigen PR’ler sind es Höllenqualen, auf minimale und sinnfreie Floskeln zurechtgestutzte Werbesätzchen vorfinden zu müssen, die dann größtenteils Präparate bewerben, die weder illegal noch ganz egal, sondern schlichtweg in jeder Apotheke – notfalls eben mit dem kleinen Rezept des Hausarztes – problemlos erhältlich sind.
Und dann, werte Telefon-Akquisiteure, bitte - gerne sogar ein großes “Bitte” oder ein wiederholendes “bitte, bitte” – für was auch immer Ihr bei mir anruft, gebt Euch ein wenig mehr Mühe. Nicht so sehr ablesen. Zumindest: lasst es nicht so klingen. Versucht ein bisschen mehr Intimität zu erzeugen. Merkt Euch meinen Namen. Sprecht ihn richtig aus. Wiederholt ihn im Gespräch. Bitte! Nicht so schlecht, unkoordiniert, sinnlos, zeitverschwendend anrufen. Im Einzelnen:
Liebe Personaldienstleister: z.B. auf openBC lässt sich durchaus ein wenig nachvollziehen, was eine Person macht, ob und wo sie studiert hat, Branche, Hobbies teilweise. Manchmal tut es auch eine kurze Suche im Internet. Denn wirklich: Ich möchte nicht Director in einer Werbeagentur werden. Wirklich. Ich mache da etwas anderes. Und “Wir sind auf Sie aufmerksam geworden!” klingt supernett und interessant, aber dann müsstet Ihr auch wissen, mit wem Ihr es zu tun habt.
Liebe Telefon-Telefonverkäufer Mitarbeiter in Call Centern, die Ihr für Tele2 tätig seid: Bitte - ja ebenso bitte bitte – ruft nicht so unkoordiniert an. Fasst Euch ein Herz, redet deutlich. Nicht so eindeutig ablesen! Mein Gott, echt jetzt. Und: bleibt freundlich. Ein nettes Schwätzchen, auch wenn man mal nichts verkauft, das ist doch auch ganz sympathisch, hm?
Ja, ich weiß, ich bin selbst schuld. “Dienstleister”, das heißt für mich immer, den Job so perfekt wie nur möglich abzuliefern, auszuführen, jedes Telefonat, jede E-Mail zu überdenken. Aber schade ist es schon, dass es aus den Wäldern der Umgebung so grauselig herausschallt, selbst wenn ich noch so perfektionistisch versuche hineinzuschallen…
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One Response to “Das mit dem Loslassen…”
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Februar 13th, 2007 @ 11:01
[...] Ich bin sehr, sehr oft enttäuscht, wenn ich banal mit schlecht gemachter “Direktmarketing”-Werbung zugemüllt werde. [...]