reine Formsache

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Anonym im Netz: Pro oder Contra?

Posted on | April 2, 2007 | 1 Comment

Klar, ein jeder weiß, “Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es hinaus.”

Ist aber bei weitem nicht immer so. Und in der aktuellen Diskussion um die Anonymität im Netz ist es offensichtlich nicht so. Auf den Blogs der Befürworter finden sich starke Contra-Argumentationen, auf den Blogs der Ablehnenden lese ich Pro-Argumente.

Aber worum genau geht es bzw. was war oder ist der Stein des Anstoßes?

Der “Fall Kathy Sierra” hatte in erster Instanz eine Argumentation contra Anonymität hervorgerufen. Dabei sei dahingestellt, wie und ob welche Seite überreagiert, falsch oder richtig agiert hat. Im Fokus der Argumentation stand vielmehr die Sprache, die teilweise über Grenzen eines akzeptablen “Miteinander” oder selbst eines scharfen Kritisierens hinausging. Und eben dieses Überschreiten normierter Grenzen – so scheint es – wird durch ein anonymes Auftreten im Netz vereinfacht (nicht verursacht!).

In zweiter Instanz folgen nun die Verfechter einer Anonymität im Netz, bringen ihre Contra-Argumente: Privatsphäre, Informantenschutz, Meinungsfreiheit.

Spannend ist aus meiner Sicht zu beobachten, dass es keinerlei “Fraktionszwang” zu geben scheint: Pro- und Contra-Argumente kommen in allen Debatten zum Vorschein, es gibt keinesfalls “die üblichen Verdächtigen”, die per se einer Seite zuzuordnen sind.

Und, nein, auch ich stehe nicht vollkommen auf einer Seite, anerkenne die Argumentationslinie der Befürworter, der Gegner.

Meine “Linie“, eigene Grenzen der Diskussion(skultur) festzulegen – in welcher Sprache ich welche Konversationen mit welchen Beteiligten führen möchte – hat in erster Instanz nichts mit Anonymität zu tun. Für mich ist es “in Ordnung”, auch in Gespräche einzusteigen, in denen mein Gegenüber auf einen Klarnamen verzichtet. Wenn – und das widerspricht dem für manchen Außenstehenden evtl. -, ich weiß, aus welchen Gründen dieser Gegenüber anonym bleiben möchte.

Aber ich gebe zu: wenn ich mit anonymen Debattierern zu tun habe, achte ich umso mehr darauf, dass meine Linie nicht überschritten wird. Wer nichts von sich preis geben möchte, soll im Gegenzug auch anerkennen, dass es für mich Grenzen gibt.

Comments

One Response to “Anonym im Netz: Pro oder Contra?”

  1. Storyblogger - Björn Eichstädt
    April 11th, 2007 @ 09:47

    Die Geister, die wir riefen…

    Jetzt kommt es aber dicke. Das mit dem “Digital”. Denn dass die Blogosphäre gerade ihre Unschuld verliert, dass YouTube zur Vorhölle des Cyber-Mobbings wird und den Zügellosen nun auch noch von Web-2.0-Erfindern Zügel angelegt werden sollen, das kommt einem alles komisch vor. Oder schlimm.

    Oder so, wie….

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