reine Formsache

Notizen, Alltag, etwas PR, viel Entspannung

Wie flirtet man mit Bloggern?

Posted on | März 10, 2006 | 14 Comments

In den USA scheint die Diskussion um Wal-Mart und die Blogger abgeebbt – dort bleibt die Frage, warum PR sich nicht auch an Blogger wenden dürfen soll,was die traditionellen Medien augenscheinlich ablehnen. Warum? 
Ein wenig klingt es so, als wären Redaktionen dort noch immer verunsichert, wenn sie feststellen, dass auch die neuen Kommunikatoren angesprochen und damit “ernstgenommen” werden.

Was aus meiner Sicht hierzulande – mal wieder – bleibt, ist die Frage, wie Blogger denn nun kontaktiert werden wollen und sollen (nebenbei: ehedem eine Begründung, mich in die Blogosphäre zu stürzen, nachdem ich Martin Rölls Artikel Bitte keine blöden PR-Pitchs gelesen hatte).

Geschmäcker sind verschieden.
Und dies gilt in Klein-Bloggersdorf wie überall und in jedem anderen Zusammenhang.

Stellen wir uns doch einfach vor, der Pitch wäre die erste Kontaktaufnahme beim Flirt.
Wie viele Varianten – innovative, altmodische, kreative, standardisierte – gibt es? Führt ein

Sie sind auch ganz schön knuffig [sowas kann aber nur ix].

zum Erfolg? Oder eher

Sie haben wahnsinnig interessante Augen. Meine Freunde und ich fragen uns, ob Sie wohl Model sind? [das ist innovativ, noch nie gehört, deshalb auch der Favorit von Andreas. Wenn's um Schlechtes geht.]

Richtig ist, was gut ankommt, was gefällt. Und dafür gibt es kein Rezept (wenn doch: bitte an mich, dann schreibe ich ein Ratgeber-Büchlein und komme ganz groß raus. Aber sowas von groß!).

Geschmäcker sind verschieden.
Und wie das in Klein-Bloggersdorf aussieht, kann man gut am Beispiel Postcard-Pitch der Jungs vom marketing-blog.biz nachvollziehen:

Mir gefiel’s. Auch dem Flirt-kritischen Andreas. Und einigen anderen.
Anke gefiel es überhaupt nicht. O.k., Geschmäcker sind verschieden.

Ist das ein Grund, die Aktion an sich, besser: den Vorgang an sich als grundsätzlich falsch zu definieren?

Meines Erachtens nicht. Kontaktaufnahme ist schwer.

Ob beim Flirt oder Pitch.

Comments

14 Responses to “Wie flirtet man mit Bloggern?”

  1. Robert Basic
    März 10th, 2006 @ 10:26

    Du kannst mE keine feste Linie vorgeben.

    Presseleute sind von Geschäfts wegen angewiesen, Presemeldungen zu bekommen. Private Blogger nicht.

    Und da fangen die Probleme an:
    - Manche Blogger betreiben ihr Blog eben nicht mehr privat, obwohl es eigentlich so ist. Sie verdienen durch Werbeeinnahmen langsam Geld und freuen sich natürlich über PR Futter, vaD wenn die Meldungen exklusiveren Charakter haben = eine Blognachricht, die so noch keiner hat = mehr Traffic, da Content "originärer" ist
    - Manche Blogger betreiben ihr Blog privat und obwohl sie uU auch Werbeeinnahmen verzeichnen (zB Google AdSense), möchten sie weiterhin als Private behandelt werden. Privat und Business sind dann zwei Paar Schuhe. Warum sollte ich als rein privater Blogger geschäftsmäßig PR Meldungen posten bzw. Kontakte mit PR Leuten pflegen? Der eine fühlt sich möglicherweise dadurch wichtig, postet aber dennoch nix. Der andere fühlt sich wichtig, möchte auf einmal aber doch psoten, weil die Message irgendwie witzig, "super exklusiv" was auch immer ist. Wenn Dich zB Google PR als privater Blogger kontaktiert und Dir ein Interview mit Sergey anbietet, kenne ich wohl kaum einen, der dann noch nein sagen würde. Es kommt also auch immer auf die Situation an, welche Firma dahintersteht, was angeboten wird etc…

    tja, nicht so easy

  2. Björn Hasse
    März 10th, 2006 @ 10:37

    Richtig, stimme ich Dir vollkommen zu.
    Für mich das Wesentlichste ist und bleibt:
    Jeden Flirt kann ich direkt stoppen, jeden Anmacher wegschicken, ignorieren.
    Ich glaube nicht – ich hoffe nicht, wäre vielleicht besser -, dass jeder Blogger andauernd von PR’lern zugemüllt wird. Vielleicht einmal angehauen. Wenn er interessant und interessiert scheint. Aber im Gegensatz zur Dynamit-Fischerei mancher Werbemaßnahmen, kann ich die Tür zu machen. "Nein" sagen. Wehe dem, der mich nach einem "Nein" noch weiter angehen würde. Wie es mancherlei Telefonanbieter beständig tut…

  3. Robert Basic
    März 10th, 2006 @ 11:44

    es wird sowieso dazu führen, daß Topblogger zunehmend angesprochen werden. Schau Dir die Daten in den USA: 100% aller superbekannten Blogs sind durch, 50% der etwas bekannteren Top 1000 auch schon. Und dazu noch die speziellen Nischenblogger, die zwar nicht in den Toplisten auftauchen, aber nicht minder interessant sind (s. Walmart-Blogger). Die Penetrierung wird steigen je wichtiger die Blogs werden – wenn dem so sein wird – und damit auch die Hürden zur Kontaktaufnahme. Irgendwann hat jeder private Blogger seine Grenze erreicht, wo er sich nur noch wie ein Presseprofi vorkommt, aber genervt ist, weil er eben nur bloggen will und sich nicht als verängertes Sprachorgan der Unternehmen sieht.

    Dazwischen lavieren wird nicht easy :-)

  4. Björn Hasse
    März 10th, 2006 @ 12:07

    Gebe Dir Recht. Mal wieder. Verweise zwischenzeitlich auf die Studienergebnisse der Edelman/Technorati-Studie Winter 2006: 48 Prozent der befragten Blogger wurden noch nie von PR-Verantwortlichen kontaktiert, aber – und das finde ich äußerst beachtlich – fünf Prozent “daily or almost daily”. Na, steht Dein Telefon überhaupt noch still?

  5. Robert Basic
    März 10th, 2006 @ 12:31

    umgeleitet auf 0900er nummern, lohnt sich :-))

  6. Björn Hasse
    März 10th, 2006 @ 13:18

    Sag mal, bist Du nicht der mit dem Vermögen in Südafrika? Dieser Ullmann? mit den 21.500.000 US-Dollar? Der hat doch die gleiche Vorwahl!

  7. Björn Eichstädt-Storyblogger
    März 13th, 2006 @ 08:45

    Komme erst von der CeBIT zurück und wollte jetzt auch nochmal meinen Senf dazugeben. Tatsächlich glaube ich, dass Du die Blogger NUR individuell ansprechen kannst. Das kann natürlich im Zweifel auch über Instrumente wie Pressemitteilungen gehen. Das müsste natürlich irgendwie individuell sein, als Blogmitteilung. Mal sehen. Vielleicht gibts ja demnächst schon was in der Richtung…

  8. Björn Hasse
    März 13th, 2006 @ 09:04

    Ja, Björn, sehe ich genauso. Zumindest das "individuell". Denn auch, wenn ich grundsätzlich dafür bin, den Bloggern – wenn überhaupt – "Blogmitteilungen", d.h. für das Blog aufgemachte Informationen (kurz, knackig, Links, Links, Links) zu schicken, anstelle der für sie uninteressanten Pressemitteilung (die im Idealfall ja "nur" ideal für die Presse aufgemacht ist), wurde genau dies ja im Fall Wal-Mart angekreidet: Die Artikel waren so sehr auf Blog gemacht, dass sie zum Copy&Paste einluden. Andererseits: genau dies ist der Weg, den Pressemitteilungen schon immer verfolgen, oder? Nein, nicht Copy&Paste, aber so, dass der Redakteur die gewünschten Infos in einer für ihn passabel vorgefertigten Art und Weise vorfindet.

  9. Björn Eichstädt-Storyblogger
    März 13th, 2006 @ 09:33

    Jaja, gebe Dir recht. Ich hab ja auch an der Wal-Mart-Geschichte gar nix zu motzen. Aus PR-Sicht ist das vollkommen ok. :-)

  10. Björn Hasse
    März 13th, 2006 @ 09:50

    Bin gespannt, wie es in der Richtung PR -> Blogger weitergeht.
    A) Nein, Blogger sind keine per se-Zielgruppe. Das Einzige, was sie definitiv gemeinsam haben, ist das Nutzen einer bestimmten Technik. Wie wir wissen, sehen, lesen, bloggen 14-jährige Tokio Hotel-Fans, Jurastudentinnen, Werber, Aquarienbesitzer, CEOs. Ein jeder will – wenn überhaupt – separat, substantiell und persönlich angesprochen sein. Also eine Zielgruppe, die keine ist.
    B) Blogger sind teilweise relevante Multiplikatoren und Kommunikatoren. Und was relevant ist, ist für uns interessant.

  11. Björn Eichstädt-Storyblogger
    März 13th, 2006 @ 10:00

    zu A.): Aber das gilt doch für Journalisten auch. Die einen schreiben für Bravo, die anderen für eine Schülerzeitung, die dritten für eine Lokalseite. Der Journalist an sich ist AUCH keine Zielgruppe, sondern nur der Journalist, der an dem spezifischen Thema ein Interesse hat. Also ist er schon eine per se-Zielgruppe, nein?

  12. Björn Hasse
    März 13th, 2006 @ 10:20

    Njein, natürlich spricht man den Redaktuer persönlich an. Zumindest: je persönlicher, je besser. Zielgruppe sind aber die Leser des jeweiligen Mediums, und für deren Geschmack, Bedürfniss und Co. schreibt und liest auch der Redakteur. Via Media-Daten, etc. lässt sich nun aber die Redaktion resp. ihre Leserschaft/Zielgruppe leichter nachvollziehen, als das bei Blogs möglich ist.
    Zudem: schreibt der Blogger für sich, für seine Interessen, und hat er dementsprechend eben eine bestimmte Leserschaft, die diese Interessen teilt, oder schreibt der Ein oder Andere tatsächlich für seine Leserschaft, und stellt entsprechend und vergleichbar mit der klassischen Redaktion eigene Interessen hintenan?

  13. Björn Eichstädt-Storyblogger
    März 13th, 2006 @ 12:50

    Ich würde sagen, dass fast jeder Business Blogger für seine Leserschaft schreibt. Zumindest grenzt er sein Thema ja ein. Ich würde bei den meisten sagen, dass sie noch andere Interessen haben als die, die sie in ihren Blogs behandeln. Z.B. die Kochblogs. Ich denke, dass da Menschen dahinterstehen, die auch noch anderes machen, als am Herd zu stehen…. oder?

  14. Björn Hasse
    März 13th, 2006 @ 13:14

    Da brennt es ja fast schon auf den Fingern, ein "Wie, Business-Blogger haben noch andere Interessen als ihr Business?" zu tippen… Nein, da hast Du Recht. Sicherlich schränkt oft schon das Setting die Leserschaft und damit auch den Inhalt und vice versa ein.

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